Weber Master-Touch Holzkohlegrill: Anleitung & Reinigung

Tests   •   03. November 2026

(Dieser Beitrag enthält Werbung. // Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Weber-Stephen Deutschland GmbH entstanden). 

Es gibt Grills, die kommen und gehen. Und dann gibt es den Weber Kugelgrill, der seit Jahrzehnten im Garten steht und einfach funktioniert. Mit dem Weber Master-Touch hat die Kugelgrill-Familie ihr Flaggschiff unter den klassischen Holzkohlegrills bekommen. Er sieht aus wie ein Kugelgrill, grillt wie ein Kugelgrill, hat aber jede Menge kleiner Details, die das Grillen mit Holzkohle deutlich entspannter machen.

In diesem Beitrag packe ich alles rein, was ihr über den Master-Touch wissen müsst: Wie er aufgebaut ist, wie er funktioniert, wie ihr ihn richtig anfeuert, wie direktes und indirektes Grillen klappt, wie die Minion-Ring-Methode für Low & Slow funktioniert und wie ihr den Grill sauber haltet. Dazu gibt es einen ganzen Haufen Tipps und Tricks aus der Praxis.

Schnapp dir also einen Kaffee, denn das wird ein langer Beitrag.

Was ist der Weber Master-Touch?

Der Weber Master-Touch ist ein Holzkohle-Kugelgrill und steht in der Weber-Familie oberhalb des klassischen Original Kettle. Er ist das, was man gerne den „Alleskönner“ unter den Kugelgrills nennt. Das Grundprinzip ist das gleiche wie bei jedem Weber Kugelgrill: ein runder Kessel, ein gewölbter Deckel, ein Rost und Holzkohle. Genau das macht den Grill so unglaublich vielseitig.

Der Master-Touch ist am häufigsten mit 57 cm Durchmesser unterwegs. Das ist die Größe, die für die meisten Familien und Grillrunden völlig ausreicht. Weber gibt für die Grillfläche rund 2.342 cm² an, genug Platz für etwa sechs bis acht Personen. Wer regelmäßig für größere Runden grillt, findet außerdem eine 67-cm-Variante mit Edelstahlrost im Programm. In diesem Beitrag geht es hauptsächlich um den 57er, weil er der Klassiker ist. Fast alles, was ich hier beschreibe, gilt aber genauso für die größere Version.

Die Modellbezeichnungen können dabei etwas verwirrend sein. Je nach Farbe, Jahr und Sondermodell findet ihr Bezeichnungen wie GBS E-5750, GBS C-5750 oder C-5755. Dahinter steckt im Kern derselbe Grill, mal in Schwarz, mal in Slate Blue, Smoke Grey oder als limitierte Sonderedition. Die genauen Unterschiede (zum Beispiel beim Rost) schaut ihr am besten kurz auf der Produktseite oder im Weber Store nach, denn Weber variiert die Ausstattung gerne von Edition zu Edition.

Was kann der Master-Touch? Die Ausstattung im Überblick

Was den Master-Touch vom einfachen Kugelgrill unterscheidet, sind die vielen durchdachten Details. Das sind die wichtigsten Features des 57ers:

  • Porzellanemaillierter Kessel und Deckel: kratz- und rostbeständig und gleichzeitig ein guter Wärmespeicher
  • Gourmet BBQ System (GBS) Grillrost: Der Rost besteht aus verchromtem Stahl, hat einen runden Einsatz in der Mitte und ist auf beiden Seiten klappbar
  • Klappbare Roste: Damit könnt ihr bei langen Grillsessions bequem Kohle nachlegen, ohne den ganzen Rost abzunehmen
  • One-Touch-Reinigungssystem aus Edelstahl: Ein Hebel, und die Asche fällt in den Aschetopf
  • Große, herausnehmbare Ascheauffangschale aus Aluminium
  • Tuck-Away Deckelhalter: Der Deckel wird einfach seitlich am Kessel eingehängt
  • Integriertes Deckelthermometer
  • Verstellbare Lüftungsschieber an Kessel und Deckel
  • Hitzeschutz an den Griffen und Besteckhaken am Kesselgriff
  • Beine, die rund 5 cm höher sind als beim Standard-Kugelgrill, plus zwei Allwetter-Räder zum Rollen
  • Gitterboden zur Ablage von Zubehör
  • 10 Jahre eingeschränkte Garantie (die genauen Bedingungen findet ihr bei Weber)

Gerade der Deckelhalter und das One-Touch-System sind Dinge, die man nach dem ersten Grillabend nicht mehr missen möchte. Wer einmal den heißen Deckel irgendwo abgelegt hat oder mit dem Aschekehrer hantiert hat, weiß, wovon ich rede.

Das Gourmet BBQ System: Mehr als nur ein Rost

Der Mittelteil des Rosts lässt sich herausnehmen und durch Einsätze aus dem Gourmet

BBQ System ersetzen. Weber bietet dafür unter anderem diese Einsätze an:

  • Pizzastein
  • Sear-Grate
  • Wok
  • Pfanne
  • Dutch Oven 

So wird aus dem Kugelgrill im Handumdrehen ein Pizzaofen oder eine Kochstelle. Die 67-cm-Variante mit Edelstahlrost ist zusätzlich mit dem quadratischen Weber-Crafted-Zubehör kompatibel.

Wie funktioniert ein Kugelgrill eigentlich?

Das Prinzip ist denkbar einfach, aber extrem clever. Ein Kugelgrill ist im Grunde ein kleiner Ofen. Die Luft strömt durch die unteren Lüftungsschieber in den Kessel, speist die Holzkohle mit Sauerstoff und zieht als heiße Luft durch die obere Lüftungsöffnung im Deckel wieder ab. Dabei umströmt die heiße Luft das Grillgut. Das ist der Grund, warum man im Kugelgrill so wunderbar indirekt grillen, backen, braten und sogar räuchern kann.

Das bedeutet für die Praxis:

  • Untere Lüftungsschieber steuern, wie viel Sauerstoff an die Kohle kommt. Mehr Luft heißt mehr Hitze.
  • Der obere Deckelschieber steuert den Abzug. Er sollte beim Grillen mit geschlossenem Deckel nie ganz zu sein, sonst erstickt das Feuer.
  • Der Deckel hält Hitze und Rauch im Grill und macht aus dem Kessel einen Backofen.

Merkt euch eine Faustregel: Die Temperatur steuert ihr hauptsächlich über die unteren Schieber, der obere Schieber ist für den Zug zuständig. Und für alle, die es genau wissen wollen: Das Deckelthermometer sitzt oben im Deckel und zeigt die Temperatur dort an, nicht direkt auf Rosthöhe. Gerade bei kurzen Grillvorgängen weicht der Wert deshalb etwas ab. Ein zusätzliches Grillthermometer auf Rosthöhe ist eine gute Ergänzung.

Holzkohle oder Briketts?

Die Frage nach dem richtigen Brennstoff sorgt unter Grillern immer wieder für Diskussionen. Ich halte es pragmatisch:

  • Holzkohle zündet schnell, wird sehr heiß und eignet sich perfekt für scharfes Anbraten. Dafür brennt sie unterschiedlich lang, je nach Stückgröße und Qualität, und lässt sich schwerer dosieren.
  • Briketts brennen gleichmäßiger und länger. Das macht sie zur ersten Wahl für lange Garzeiten und Low & Slow.

Ich nutze gerne beides: Briketts für lange Sessions, Holzkohle, wenn es richtig krachen soll. Wichtig ist unabhängig von der Sorte: Achtet auf gute Qualität und auf trockene Lagerung. Feuchte Kohle brennt schlecht und qualmt unangenehm. Dem Master-Touch liegt übrigens ein Messbecher für Briketts bei, damit ihr die Menge besser abschätzen könnt.

Den Master-Touch anfeuern: So klappt der Start

Der wichtigste Helfer beim Anfeuern ist der Anzündkamin. Er ist günstig, funktioniert zuverlässig und kommt ohne Chemie aus. So gehe ich vor:

  1. Grill vorbereiten: Aschetopf leeren, One-Touch-Hebel einmal betätigen, damit die Luft frei strömen kann
  2. Anzündkamin befüllen mit der gewünschten Menge Kohle oder Briketts
  3. Anzündwürfel unter den Kamin legen und anzünden
  4. Warten, bis die oberste Kohleschicht mit weißer Asche überzogen ist, meist nach etwa 15 bis 20 Minuten
  5. Kohle in den Kessel kippen und je nach Methode verteilen
  6. Rost einlegen, Deckel schließen und den Grill einige Minuten auf Temperatur kommen lassen

Auf Spiritus oder Benzin verzichtet ihr bitte. Das ist gefährlich und bringt einen fiesen Beigeschmack ins Essen.

Sicherheit gehört dazu: Holzkohlegrills gehören ausschließlich nach draußen, nie in geschlossene Räume, Garagen oder auf überdachte Balkone ohne Durchzug (Gefahr durch Kohlenmonoxid). Stellt den Grill auf eine feuerfeste, ebene Unterlage und haltet Kinder und Haustiere fern.

Direktes Grillen: Hitze, Kruste und Tempo

Beim direkten Grillen liegt das Grillgut direkt über der Glut. Das ist die Methode für alles, was schnell gehen soll und eine ordentliche Kruste bekommen darf:

  • Steaks
  • Burger
  • Bratwurst
  • Koteletts
  • Spieße
  • Gemüse wie Paprika, Zucchini oder Maiskolben

So geht’s:

  1. Verteilt die durchgeglühte Kohle gleichmäßig auf dem Kohlerost oder legt sie auf einer Seite dichter an. Letzteres nennt man Zwei-Zonen-Feuer und ich empfehle es fast immer.
  2. Stellt die unteren Lüftungsschieber weit auf, wenn ihr hohe Temperaturen wollt.
  3. Legt das Grillgut auf den heißen Rost und grillt es je nach Dicke ein paar Minuten pro Seite.
  4. Hat das Fleisch Farbe bekommen und tropft Fett in die Glut, schiebt es in die kühlere Zone oder macht den Deckel zu.

Mit dem Zwei-Zonen-Feuer habt ihr immer einen Fluchtweg. Wenn Fett in die Glut tropft und eine Stichflamme entsteht, zieht ihr das Grillgut einfach auf die kühle Seite. So verbrennt nichts.

Mein Tipp für perfekte Steaks: Anbraten auf der heißen Seite, dann auf der indirekten Seite bis zur gewünschten Kerntemperatur ziehen lassen. Das nennt man Reverse Sear oder – wenn ihr es andersherum macht – klassisches Anbraten und Nachziehen. Beides klappt auf dem Master-Touch hervorragend, und mit einem Kerntemperaturthermometer gelingt es jedes Mal.

Indirektes Grillen: Der Kugelgrill als Backofen

Beim indirekten Grillen liegt das Grillgut nicht über der Glut, sondern daneben. Der geschlossene Deckel sorgt dafür, dass die Hitze im Kessel zirkuliert. Das ist die Methode für alles, was länger braucht oder nicht verbrennen soll:

  • Hähnchen und ganze Geflügelteile
  • Braten und größere Fleischstücke
  • Rippchen
  • Auflauf, Brot und Pizza
  • Fisch am Stück

So richtet ihr den Grill ein:

  • Zwei-Zonen-Aufbau: Die Kohle kommt auf eine Seite, das Grillgut auf die gegenüberliegende. Der Deckel wird so aufgesetzt, dass der obere Schieber über dem Grillgut liegt. So zieht die heiße Luft und der Rauch über das Fleisch.
  • Drei-Zonen-Aufbau: Die Kohle wird links und rechts im Kessel verteilt, das Grillgut liegt in der Mitte, idealerweise über einer Aluschale. Das eignet sich besonders für größere Braten und Geflügel, weil die Hitze von beiden Seiten kommt.
  • Tropfschale: Eine Aluschale unter dem Grillgut fängt Fett auf, verhindert Stichflammen und liefert Flüssigkeit für Saucen. Ihr könnt sie mit etwas Wasser oder Brühe füllen.

Die Temperatur regelt ihr beim indirekten Grillen mit den Lüftungsschiebern. Als Orientierung:

  • Etwa 150–180 °C für Geflügel und Braten
  • Etwa 200–230 °C für Pizza und Brot
  • Etwa 110–135 °C für Low & Slow (dazu gleich mehr)

Das sind Richtwerte. Jeder Grill, jede Kohle und jedes Wetter verhält sich ein wenig anders, also gewöhnt euch an euren Grill. Der Master-Touch ist dabei ein sehr gutmütiger Begleiter.

Die Minion-Ring-Methode: Low & Slow im Kugelgrill

Jetzt kommen wir zum Highlight für alle BBQ-Fans: die Minion-Ring-Methode. Sie ist benannt nach ihrem Erfinder Jim Minion und gehört zu den bekanntesten Tricks, wenn ihr stundenlang konstante, niedrige Temperaturen im Kugelgrill halten wollt, etwa für Pulled Pork, Brisket oder Spareribs.

Die Idee dahinter: Statt die ganze Kohle auf einmal anzuzünden, legt ihr einen Ring aus unbefeuerten Briketts in den Grill und zündet nur eine kleine Menge an. Diese Glut „wandert“ langsam entlang des Rings und zündet die nächsten Briketts nach und nach. So bekommt ihr eine lange, gleichmäßige Hitze, die ihr kaum nachregeln müsst.

So baut ihr den Minion Ring auf:

  1. Ring legen: Legt unbefeuerte Briketts in einem Ring am Rand des Kohlerosts. Je nach Menge sind das ein oder zwei Reihen und oft eine Höhe von zwei Briketts. Lasst die Mitte frei.
  2. Räucherholz ergänzen: Verteilt ein paar Chunks Räucherholz (zum Beispiel Eiche, Buche, Hickory oder Kirsche) zwischen den Briketts. Kleine Stücke sind besser als Chips, weil sie langsamer abbrennen.
  3. Glut anzünden: Zündet im Anzündkamin nur eine kleine Menge Briketts an, etwa eine Handvoll bis zehn Stück, und lasst sie gut durchglühen.
  4. Glut auf den Ring geben: Verteilt die glühenden Briketts an einer Stelle auf dem Ring.
  5. Wassertopf oder Aluschale in die Mitte: Stellt in die Mitte des Rings eine Aluschale, gerne mit etwas Wasser. Sie fängt Fett auf, sorgt für indirekte Hitze und puffert Temperaturschwankungen ab.
  6. Rost einlegen, Deckel schließen: Die unteren Lüftungsschieber stellt ihr zunächst nur wenig auf, der Deckelschieber bleibt ein gutes Stück geöffnet.
  7. Temperatur einpendeln: Gebt dem Grill 20 bis 30 Minuten Zeit, die Zieltemperatur zu erreichen. Erst dann kommt das Fleisch drauf.

Wichtig: Ändert die Schieber nur in kleinen Schritten und wartet ab. Der Kugelgrill reagiert träge, und wer ständig dreht, jagt der Temperatur nur hinterher. Lieber einmal zu früh die Luft reduzieren als zu spät, denn eine zu heiße Kohle bekommt ihr kaum wieder herunter.

Ein gut gebauter Minion Ring brennt oft viele Stunden, und das ohne großes Nachlegen. Wie lange genau, hängt von Briketts, Wetter und eurer Luftsteuerung ab. Bei langen Sessions plant lieber etwas Reserve ein und nutzt die klappbaren Roste des Master-Touch, um bei Bedarf Briketts nachzulegen.

Typische Zieltemperaturen:

  • Pulled Pork und Brisket: etwa 110–135 °C Garraumtemperatur, bis die Kerntemperatur im passenden Bereich liegt (je nach Stück)
  • Spareribs: gerne etwas höher bei ca. 120–140 °C
  • Geflügel: darf höher fahren, damit die Haut knusprig wird

Wer es noch komfortabler mag, kann den Master-Touch mit dem Weber Smart Ring aufrüsten. Den habe ich bereits in einem eigenen Beitrag getestet. Er übernimmt die Luftsteuerung per Lüfter und App, wenn ihr nicht ständig an den Schiebern drehen wollt. Der Master-Touch zählt zu den kompatiblen Grills.

Was kann man auf dem Master-Touch alles zubereiten?

Die ehrliche Antwort lautet: fast alles. Hier eine kleine Übersicht, was auf dem Grill besonders gut funktioniert:

  • Steaks und Burger: direkte Hitze, Kruste, Aroma
  • Hähnchen im Ganzen: indirekt, mit knuspriger Haut
  • Rippchen und Pulled Pork: Low & Slow mit Minion Ring und Räucherholz
  • Pizza: mit Pizzastein aus dem GBS-System
  • Brot und Brötchen: indirekt wie im Ofen
  • Gemüse und Beilagen: direkt angrillen oder indirekt garen
  • Fisch: auf Zedernbrett oder in der Alufolie
  • Dessert: zum Beispiel gegrillte Früchte, Brotpudding oder Aufläufe im Dutch Oven

Vom schnellen Feierabend-Burger bis zum zwölfstündigen Brisket ist alles drin. Genau das macht den Master-Touch für mich so spannend.

Reinigung und Pflege: So bleibt der Master-Touch lange schön

Gutes Zubehör verdient gute Pflege. Zum Glück macht euch der Master-Touch das Putzen leicht, vor allem dank des One-Touch-Systems.

Asche entfernen mit dem One-Touch-System

Die unteren Lüftungsschieber sind an Lamellen gekoppelt. Betätigt ihr den Hebel, fegen sie die Asche durch die Öffnung in den Aschetopf. Der Ablauf:

  1. Wartet, bis der Grill komplett kalt ist
  2. Betätigt den Hebel mehrmals hin und her
  3. Nehmt den Aschetopf ab und entsorgt die Asche im Restmüll, nie in der Biotonne und nur, wenn sie wirklich kalt ist
  4. Wischt Reste im Kessel mit einem Tuch oder einer Bürste aus

Wichtig: Lasst Asche nicht feucht werden und nicht tagelang im Kessel liegen. Feuchte Asche ist aggressiv und kann das Email und die Metallteile angreifen, mit der Zeit gibt das Rost. Deshalb: Asche regelmäßig leeren, den Grill trocken halten und möglichst mit einer Abdeckhaube schützen.

Grillrost reinigen

Den Rost reinigt ihr am besten direkt nach dem Grillen, wenn er noch warm ist. So lösen sich Rückstände am leichtesten:

  • Mit einer Grillbürste (idealerweise ohne Metallborsten) grob abbürsten
  • Bei hartnäckigen Resten hilft warmes Wasser mit etwas Spülmittel und ein Schwamm
  • Danach gut abspülen und trocknen, damit nichts rostet

Der GBS-Rost besteht aus beschichtetem Stahl. Scheuert ihn deshalb nicht mit extrem groben Mitteln, sonst leidet die Oberfläche. Wer es besonders pflegeleicht möchte, kann den Rost nach dem Grillen leicht mit Öl einreiben.

Kessel und Deckel innen reinigen

Im Deckel setzt sich im Laufe der Zeit ein dunkler Belag ab. Viele halten ihn für abblätternde Farbe, tatsächlich handelt es sich meist um Rauch- und Fettablagerungen. Das Emaille bleibt davon unberührt.

  • Wischt den Deckel von Zeit zu Zeit mit einem feuchten Tuch aus
  • Bei starker Verschmutzung hilft warmes Wasser mit Spülmittel
  • Auf aggressive Chemie verzichte ich bewusst, sie hat im Grill nichts verloren

Achtet beim Reinigen darauf, dass der Grill komplett abgekühlt ist.

Außenreinigung und Lagerung

  • Das Email außen reinigt ihr mit mildem Seifenwasser und einem weichen Tuch
  • Lüftungsschieber und Thermometer gelegentlich freiwischen, damit nichts verklebt
  • Wenn möglich, stellt den Grill im Winter geschützt unter oder mit einer passenden Haube ab
  • Räder und bewegliche Teile bei Bedarf mit einem Tropfen Öl leichtgängig halten

Mit etwas Pflege hält der Master-Touch viele Jahre. Weber gibt ja nicht umsonst eine lange Garantie darauf.

Meine Tipps und Tricks für den Master-Touch

Zum Schluss ein paar Dinge, die ich auf dem Kugelgrill gelernt habe und die euch vieles erleichtern:

  • Immer ein Kerntemperaturthermometer nutzen. Zeit und Optik täuschen. Die Temperatur im Fleisch sagt euch die Wahrheit.
  • Zwei-Zonen-Feuer als Standard. Damit seid ihr bei jedem Grillgut auf der sicheren Seite.
  • Deckel zu, wenn möglich. Jedes Mal, wenn ihr den Deckel öffnet, geht Hitze verloren und die Garzeit verlängert sich.
  • Rost vorheizen. Ein heißer Rost verhindert, dass das Grillgut kleben bleibt.
  • Grillgut vor dem Grillen temperieren. Fleisch direkt aus dem Kühlschrank gart ungleichmäßig. Gebt ihm etwas Zeit.
  • Nicht zu früh wenden. Was sich vom Rost löst, ist meist bereit zum Wenden.
  • Fleisch ruhen lassen. Nach dem Grillen ein paar Minuten ruhen lassen, dann bleibt der Saft im Fleisch.
  • Räucherholz sparsam einsetzen. Weniger ist oft mehr, sonst wird es bitter. Gute Rauchentwicklung erkennt ihr an dünnem, bläulichem Rauch.
  • Kohle nachlegen nach Bedarf. Mit den klappbaren Rosthälften des Master-Touch ist das unkompliziert.
  • Wind und Wetter einplanen. Starker Wind facht die Glut an, Kälte kostet Temperatur. Stellt den Grill möglichst geschützt auf.
  • Der Deckel-Trick: Beim indirekten Grillen den oberen Schieber über das Grillgut drehen, damit Rauch und Hitze über das Fleisch ziehen.
  • Vorbereitung ist alles. Zubehör, Handschuhe, Zange und Thermometer vor dem Anzünden bereitlegen, dann bleibt ihr entspannt.

Für wen lohnt sich der Master-Touch?

Der Master-Touch ist kein Schnäppchen, aber ein Grill, den man gerne benutzt. Wer ihn mit dem klassischen Original Kettle vergleicht, bekommt vor allem mehr Komfort: das One-Touch-System, den Deckelhalter, die klappbaren Roste und das GBS-System. Preislich lag der 57er zuletzt in einem Bereich von grob 300 bis 400 Euro, je nach Variante und Aktion. Aktuelle Preise findet ihr direkt bei Weber und im Fachhandel.

Er lohnt sich besonders für:

  • Alle, die regelmäßig mit Holzkohle grillen und Komfort schätzen
  • Hobby-Griller, die direktes und indirektes Grillen ausprobieren wollen
  • BBQ-Einsteiger, die Low & Slow im Kugelgrill testen möchten
  • Alle, die gerne mit Zubehör wie Pizzastein oder Plancha experimentieren

Weniger interessant ist er für:

  • Gelegenheitsgriller, die nur ab und zu Würstchen auflegen
  • Alle, die auf Knopfdruck grillen wollen und Holzkohle zu aufwendig finden (dann sind Gas- oder Pelletgrills die bessere Wahl)

Mein Fazit zum Weber Master-Touch

Der Weber Master-Touch ist für mich der perfekte Einstieg in die ganze Welt des Holzkohlegrillens und gleichzeitig ein Grill, mit dem ihr über viele Jahre wachsen könnt. Ihr könnt scharf anbraten, schonend garen, räuchern, backen und sogar Pizza machen. Das One-Touch-System und der Tuck-Away-Deckelhalter nehmen euch lästige Arbeit ab, und mit dem Minion Ring bekommt ihr Pulled Pork und Co. wunderbar hin.

Meine Einschätzung: Wenn ihr Holzkohle liebt und einen Grill sucht, der viel kann und lange hält, macht ihr mit dem Master-Touch nichts falsch. Dazu kommt die Möglichkeit, ihn später mit dem Smart Ring zum smarten BBQ-Smoker aufzurüsten.

Häufige Fragen zum Weber Master-Touch (FAQ)

Wie lange hält der Weber Master-Touch? Bei guter Pflege viele Jahre. Der porzellanemaillierte Kessel ist robust, und Weber gibt 10 Jahre eingeschränkte Garantie. Regelmäßige Reinigung, trockene Lagerung und eine Abdeckhaube helfen enorm.

Kann man auf dem Master-Touch räuchern? Ja. Mit der Minion-Ring-Methode und Räucherholz klappt Low & Slow sehr gut.

Welche Größe soll ich nehmen, 57 oder 67 cm? Der 57er ist der Allrounder für die meisten Familien. Den 67er wählt ihr, wenn ihr oft für viele Gäste grillt oder viel Platz für mehrere Zonen braucht.

Wie reinige ich den Master-Touch am besten? Hebel des One-Touch-Systems bedienen, Asche im kalten Zustand entsorgen, Rost nach dem Grillen abbürsten und den Kessel gelegentlich auswischen.

Kann ich den Master-Touch mit dem Weber Smart Ring nachrüsten? Ja, er gehört zu den kompatiblen 57-cm-Grills.

Brauche ich einen Anzündkamin? Nötig ist er nicht, aber er macht das Anfeuern deutlich einfacher und sauberer.